Kindle Unlimited Auswirkungen – So hart hat es mich getroffen

Kindle Unlimited Knock Out

Des einen Freud ist des anderen Leid. So könnte man die Kindle Unlimited Auswirkungen für Self-Publisher beschreiben.

Seit Ende letzten Jahres haben sich die Verkaufszahlen meiner Kindle E-Books deutlich verschlechtert.

Nachdem ich anfangs lange überlegt habe, woran das liegen kann, so habe ich jetzt eine mögliche Ursache gefunden.

Die Kindle Unlimited Auswirkungen: Fluch oder Segen?

Meine rückläufigen Buchverkäufe und damit die Verdrängung aus den Bestseller Listen kam in etwa gleichzeitg mit dem offiziellen Start von Amazons Kindle Unlimited in Deutschland.

Kindle Unlimited Auswirkungen

Offizieller Start war der 7. Oktober 2014.

Was ist Kindle Unlimited (KU)?

Kindle Unlimited ist eine Flatrate bzw. ein „All You Can Read“ Angebot von Amazon, mit dem sich die Leser für 9,99 Euro pro Monat sämtliche E-Books und Hörbücher bei Amazon ausleihen können.

Das klingt nach einem guten Angebot für Leseratten und Hörbuch-Liebhaber, wenn man überlegt, dass du dann bei Amazon auf über 850.000 E-Books und mehr als 2000 Hörbücher zugreifen kannst.

Für Self-Publisher ist das nicht so erfreulich, denn es gibt noch eine kostenlose Testphase von 30 Tagen. Erst danach wird es kostenpflichtig.

Was bedeutet das für mich als Self-Publisher?

Nun, die Auswirkungen die ich beobachten konnte, sind interessant. Ich habe als Beispiel mal ein paar E-Books von mir genommen, bei denen sich Veränderungen gezeigt haben.

Die ersten wirklichen Veränderungen habe ich im Dezember 2014 sehen können.

Bei den ersten sechs Büchern dominieren die Verkäufe gegenüber den KU Ausleihen. Bei zwei Büchern halten sich Verkauf und Ausleihe die Waage.

Bei den letzten vier Büchern ist allerdings zu erkennen, dass diese Bücher mehr ausgeliehen als gekauft wurden.

Woran liegt das?

  1. Die Bestsellerliste: Nachdem ich mir die Bücher genau angeschaut habe, ist klar zu erkennen, dass die Bücher mit den meisten Verkäufen unter den Top 100 in der Bestsellerliste zu finden sind. Die anderen Bücher sind nicht (mehr) in den Top 100.
  2. Die Kundenrezensionen: Es wurden mehr Bücher mit gar keiner Rezension bis maximal drei Sterne ausgeliehen. Damit geht der Kindle Unlimited Kunde kein Risiko ein ein Buch zu kaufen, dass keine oder nur Durchwachsene Rezensionen erhalten hat.
  3. Der Preis: Beim Preis ist eine Tendenz zu erkennen, dass vermehrt das Buch ausgeliehen wurden, das einen höheren Preis hat als andere Bücher.

Die Kindle Unlimited Auswirkungen auf einzelne E-Books

Mit dem Start von Kindle Unlimited haben sich viele Abonnenten teuere E-Books gekauft, die sie ohne Flatrate vielleicht nicht gekauft hätten.

Das hat zur Folge, dass die günstigeren E-Books aus den Verkaufsrängen der Bestsellerlisten teilweise verdrängt werden und verschwinden.

Man kann auch sagen: Sie sind aus dem sichtbaren Bereich verschwunden.

Jeder Self-Publisher weiss, dass es nicht einfach ist wieder in die Bestsellerliste zu gelangen. Wer einmal mit seinem Buch weit abgerutscht ist, der hat erstmal Mühe und Not.

Wer wieder unter die Top 100 kommen will, der muss für Buchverkäufe sorgen!

Unter den Top 100 ist die Sichtbarkeit des eigenen Buches noch am größten, wenn potenzielle Käufer durch die Kategorien browsen.

Ähnlich wie bei den Suchergebnissen von Google und allen anderen Suchmaschinen gilt auch hier mit seinem Buch unter den Top 20 (das entspricht der ersten Seite bei Google) zu landen.

Je mehr Bücher verkauft werden, desto besser wird der Verkaufsrang.

Wie hart hat es mich getroffen?

Meine Einnahmen sind drastisch eingebrochen. Ich hatte in den letzten Monaten Verkaufseinbrüche bis zu 75%! 🙁

Das hätte ich nicht gedacht!

Und es sieht so aus, als ob ich nicht der Einzige bin.

Was berichten andere Self-Publisher und die Medien?

Es gibt mittlerweile einige Stimmen und Erfahrungen im deutschen und englischen Sprachraum bezüglich Kindle Unlimited Auswirkungen.

Und alle kommen sie auf den selben Nenner…

Soll man jetzt überhaupt noch mit dem Self-Publishing anfangen bzw. weiter machen?

Definitiv!

Schon alleine aus dem Grund, dass das Schreiben jede Menge Spaß macht und Kindle Unlimited nichts für die Ewigkeit sein muss.

Wer weiß, vielleicht gibt es das bis zum Ende des Jahres nicht mehr und alles wird wieder so sein wie es vor Kindle Unlimited war. ;D

Jetzt wird es Self-Publisher immer wichtiger eine Plattform zu haben (Blog, E-Mail Verteiler), um regelmäßig mit seinen Lesern/Fans in Kontakt zu bleiben.

Zudem wird das Marketing der eigenen Bücher immer wichtiger (Google Ads, Facebook Ads, Banner Werbung in Foren etc.). Jeder Autor sollte sich nicht mehr all zu sehr auf die Vermarktungskünste von Amazon allein verlassen.

Wer sich langfristig eine Leserschaft aufbaut, dem kann Kindle Unlimited im Grund egal sein. Die meisten Käufe werden dann so oder so über die eigenen Fans kommen.

Mein aktueller Stand und Ausblick

Seit Anfang des Jahres überwiegen wieder die Verkäufe gegenüber den KU Ausleihen.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sind noch nicht alle Bücher wieder in den Top 100. Daher sind die Einnahmen auch bei weitem nicht mehr da, wo sie mal waren.

Dennoch bin ich optimistisch und schreibe weiter an meinen Büchern. Die Kindle Unlimited Auswirkungen haben zwar ihre Spuren hinterlassen, mich aber nicht dazu bewegt den Kopf in den Sand zu stecken.

So, wie sind deine bisherigen Erfahrungen? Hast du ähnliche Veränderungen bei deinen Verkäufen gemerkt?

Schreib mir und hinterlasse unten ein Kommentar.

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15 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Marc,

    Du hast oben geschrieben:
    „Jetzt wird es für Self-Publisher immer wichtiger eine Plattform zu haben…“

    Ich würde es so schreiben:
    „Für Self-Publisher ist es wichtig, eine eigene Plattform zu haben…“

    Es ist eben nicht „jetzt“ so, es war noch nie anders. Wer erfolgreich sein will, egal wie, braucht einen direkten Draht zu seinen Lesern. Wer es sich einfach macht, der wird immer in der Tiefe der Beliebigkeit verschwinden. Self-Publisher heißt eben alles selbst machen oder machen lassen und sich nicht auf „Marktplätze“ verlassen, bei denen es gerade gut läuft.

    Beste Grüße und viel Erfolg an alle Self-Publisher.

    1. Hallo Patrick,

      vielen Dank für Dein Kommentar.

      Ich stimme Dir da absolut zu, dass ein Autor von Anfang an eine eigene Plattform aufbauen muss. Mit dem „Jetzt“ habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt.

      Diese Message sollte an alle Autoren gehen, die bisher noch keine Plattform haben und spätestens jetzt einsehen sollten, dass es höchste Eisenbahn ist sich darum zu kümmern.

      Viele Grüße
      Marc

  2. Vielen dank für den Bericht, dieser bietet einen wirklichen Mehrwert für mich…

    Das ist echt dramatisch mit bis zu -75 % Verkäufe, aber dennoch können sich deine Zahlen sehen lassen. Ich habe zwar noch kein eBook geschrieben, aber das mit bis zu 7 Verkäufen pro Tag für ein einzelnes Buch hört sich nicht schlecht an, meiner Meinung nach.

    Ich habe selber KU und muss sagen, dass die guten Bücher kaum zur Ausleihe angeboten werden, sondern nur zum Verkauf. Die die ich mir bisher ausgeliehen und gelesen habe, waren zumeist echt nicht der Hit! Daher werde ich diesen Monat KU abmelden und mir Bücher, die echten Mehrwert liefern, lieber kaufen.

    Du könntest deine Bücher ja auch nur zum Verkauf anbieten und ganz auf KU verzichten? Ich bin z.B. auch gerade dabei ein eBook zu erstellen und werde dieses nur zum Verkauf anbieten und werde auf KU verzichten. Der Grund ist, dass ich, zumindest glaube ich das, mit dem eBook welches ich gerade schreibe, tatsächlichen Mehrwert schaffe.

    Andere eBooks, die auch gerade in der Planung sind werde ich mit KU-Option anbieten, da diese dann kaum Mehrwert bieten werden, wie z.B. Rezeptbücher…

    Eine Frage interessiert mich brennend, mit wie vielen Verkäufen pro Tag schafft man es z.B. in die Top 10 oder Top 20 in den Kategorien: Business & Karriere, Computer & Internet, Fachbücher und Kochen & Genießen???

    Beste Grüße
    Konstantin

    1. Hi Konstantin,

      4+ Verkäufe brauchst Du schon für die Top 20. Für die Top 10 entsprechend mehr. Das ganze ist aber auch abhängig davon, wie groß die Konkurrenz in einer Kategorie ist. In der Kategorie Business & Karriere ist es nicht einfach unter die Top 20 zu kommen.

      Platz 1 hat hier einen Verkaufsrang von #395 (15+ Verkäufe),
      Platz 10 einen Rang von #1200 (+8 Verkäufe) und
      Platz 20 immerhin noch #2100 (6+ Verkäufe).
      Platz 100 hat einen Verkaufsrang von #6300.

      Letzteres Buch verkauft mit diesem Verkaufsrang immer noch 1-3 Bücher am Tag. Das wäre aber machbar, um überhaupt erstmal in die Top 100 zu kommen. Ähnlich schwierig ist es in der Kategorie Kochen & Genießen.

      In der Kategorie Computer & Internet ist es deutlich einfacher als in der o.g. Kategorie unter die Top 10 bzw. Top 20 zu kommen.

      Platz 1 hat einen Verkaufsrang von #1900,
      Platz 10 einen Rang von #3290,
      Platz 20 einen Rang von #4500 und
      Rang 100 einen VR von #14300.

      Ich hoffe, dass die Infos helfen.

      Viele Grüße
      Marc

  3. Ich konnte die selbe Beobachtung bei meinen Büchern ebenfalls machen. Seit KU sind auch bei mir die Verkäufe deutlich zurück gegangen.

    Ich denke aber auch das es, wie Du schon schreibst, es immer wichtiger wird eine eigene Plattform für seine Leser aufzubauen. Die Konkurrenz bei Amazon wird eben auch immer großer und es wird dadurch auch nicht leichter, gefunden zu werden.

    Gruß Bene

  4. Hallo, ganz so dramatisch würde ich es nicht beschreiben. Ich habe 4 Ratgeber am Start und habe seit KU noch deutlich mehr verkauft. Kommt auf Inhalt und Kategorie an.

    Und einen Blog, Webseite habe ich auch nicht – auf Marketing verzichte ich ebenfalls. Komplett.

    Der richtige Content/Nische und Fachwissen. Mehr braucht es nicht. Das Problem vieler Autoren ist die „Beliebigkeit“ des Themas. Mit Rezepten oder einfachen Finanzratgebern ist es schwer einen dauerhaften Platz in den Top10/Top20 zu erobern. @Konstantin: ich denke, so 3-4 Verkäufe am Tag für die Top20 und >5 für die Top10. Das hängt aber sehr stark von der Kategorie ab. Ist die Konkurrenz groß und das Thema beliebig/weitläufig umso schwieriger wird es!

    Seit März habe ich aber auch zu kämpfen. Die Umsätze sind um 50% eingebrochen (sind also nur noch leicht über dem Stand vor KU). Von Oktober bis Feb hatte ich aber sehr gute Abverkäufe.

    @Marc
    Ich habe dich kontaktiert wg. einem Erfahrungsaustausch. Hoffe die Nachricht ist angekommen.

    Grüße,
    Michael

  5. Vielen dank @ Marc und Michael…

    Je nach Kategorie braucht man also nur vier Verkäufe pro Tag um in die Top 20 zu kommen, dass ist viel weniger als ich erwartet hätte. Dachte wären schon so um die zehn bis 20 Verkäufe, um in den Top 20 dauerhaft präsent zu sein!

    Also benötigt man schon um die 15 bis 20 eBooks um davon, mehr schlecht als recht, leben zu können. Naja versuche diesen Monat einige eBooks herauszubringen, werde dann mal berichten ob es sich lohnt oder eher nicht. Das einzige was mir etwas sorgen macht ist, dass Michael geschrieben hat, dass seine Verkäufe um bis zu 50% eingebrochen sind. Vielleicht liegt das aber am besseren Wetter…

    Beste Grüße
    Konstantin

    1. Die Einbrüche entstehen aus unterschiedlichen Gründen und können leider nicht immer genau identifiziert werden. Das gehört auch zum Autor sein dazu. 😉

      1. Hallo Marc,

        das ist absolut korrekt. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe. Meine Ratgeber sind zum großen Teil aus Mitte 2013 und Ende 2013. Ich gehe (sehr langsam) von einer kleinen Sättigung aus. Da ich in einer Nische veröffentliche gab es zwar konstante Abverkäufe – aber „die Masse“ interessiert sich nicht für das Thema. Da ist eine Sättigung irgendwann verständlich. Solange die Steigerungsraten (neue kindle Geräte und Tablets) hoch sind werden wir auch neue Leser finden. Aber ein „peak high“ kommt zwangsläufig mit jedem Buch/Ratgeber. Ist der überschritten geht es eben abwärts.

        Ratgeber sind hier aber noch dankbar. Bei Romanen/Krimi’s und sogenannten „Chick lit“ (Tussi Literatur) Romanen für die Hausfrau ist die Halbwertzeit auf 3-4 Monate begrenzt bevor das Thema ausgelutscht ist.
        Dafür sind die „peaks“ wesentlich höher = mehr Gewinn möglich.

        Übrigens konnte das Wochenende seit langem überzeugen. Samstag 9 und Sonntag 17 Verkäufe – KU Ausleihen jeweils 6 Stück. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass unter der Woche die Zahlen deutlich niedriger liegen als in den Monaten Oktober bis Februar. Die Vermutung von Konstantin mit dem guten Wetter hat schon was für sich.

        Grüße,
        M.

  6. Ich habe jetzt schon mehrfach gehört dass günstigeren E-Books Schwierigkeiten mit den Ranking haben. Kann aber auch einfach an der Masse der günstigen Bücher liegen?

    1. Hi Jens, es ist generell schwieriger geworden mit Ratgebern Geld zu verdienen. Wenn es nur am niedrigen Preis liegen würde, dann erhöhe ich die Preise ab sofort. 🙂 Allerdings ist das ganze etwas komplexer.
      Wer sich von Anfang an eine Leserschaft aufgebaut hat (mit Hilfe von E-Mail Marketing), der leidet nicht so sehr darunter wie andere, die einfach nur auf Masse produziert haben. Dennoch bin ich überzeugt, dass sich wirklich gute Bücher (egal ob Ratgeber, Roman, Thriller etc.) immer verkaufen werden.

  7. Hi, ich wollte auch mit dem veröffentlichen von Ebooks auf Kindle anfangen, ich werde es aber sein lassen und die digitalen Produkte über eigene Seiten und organischen Traffic verkaufen denke ich…
    Wie hat es sich bisher weiterentwickelt ?

    1. Hallo Maik,

      auch wenn es bei mir einen herben Rückschlag gab, so mache ich dennoch weiter. Ich verkaufe nach wie vor meine Bücher und verdiene um die 100 Euro jeden Monat. Allerdings habe ich ein bisschen aussortiert und einige Bücher offline genommen. Aktuell habe ich etwa halbes Dutzend an Büchern im Amazon Kindle Store.

      Viele Grüße
      Marc

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